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16. Jahrgang Heft 2 April 2007

Editorial
F. H. Kayser, Zürich (für die Herausgeber)


PEG-Empfehlungen
Leitlinie der Deutschen STD-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e. V.
AWMF-Leitlinien Register Nr. 059/001 – Entwicklungsstufe: 1 ICD-10-Ziffern A63.0; C53.9; D06


Rezension
Dr. med. Gabriele Birkenfeld, Regensburg
Klinik, Diagnostik und Therapie. Mit Antiinfektiva-Steckbriefen. Herausgegeben von Wolfgang F. Caspary, Manfred Kist und Jürgen Stein. Springer Verlag, Berlin 2006. 220 Seiten mit zahlreichen zum Teil farbigen Abbildungen. Gebunden. 99,95 Euro.


Originalarbeiten
Hartmut M. Lode, Berlin
Levofloxacin im Vergleich zu anderen Therapieoptionen Metaanalyse von retrospektiv und prospektiv erhobenen Daten

Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Wirksamkeit von Levofloxacin (Tavanic®) bei hospitalisierten Pneumonie-Patienten mit der anderer Therapieoptionen auf der Basis prospektiv und retrospektiv erhobener, klinischer Daten zu vergleichen.

Die Metaanalyse umfasst einen retrospektiven Datensatz, basierend auf den Krankenakten hospitalisierter Patienten mit nosokomialer Pneumonie (HAP) oder ambulant erworbener Pneumonie (CAP), und einen prospektiven Datensatz einer nicht-intervenierenden Beobachtungsstudie mit Levofloxacin (Tavanic®) zur Behandlung hospitalisierter CAP-Patienten.

Eingeschlossen wurden insgesamt 609 Patienten: 261 Patienten mit CAP, 112 Patienten mit HAP und 236 Pneumonie-Patienten ohne klare Zuordnung in den Krankenakten (Pneumonie NOS).

Levofloxacin war bei 27,8 % der Patienten Bestandteil der initialen Antibiotika-Therapie. Die Ergebnisse dieser Gruppe wurden verglichen mit denjenigen Patienten mit einer initialen Therapie ohne Levofloxacin. Diese Patienten erhielten in den meisten Fällen ein Cephalosporin i. v. oder ein Breitspektrum-Penicillin i. v.

Die Ergebnisse deuten auf einen besseren Behandlungserfolg der initial mit Levofloxacin behandelten Patienten hin: Sowohl in der Gesamtgruppe der Patienten (84 % vs. 66 %) als in den Subgruppen mit CAP (93 % vs. 79 %) und HAP (81 % vs. 58 %) zeigten sich höhere Heilungs- oder Besserungsraten sowie geringere Letalitätsraten für die initial mit Levofloxacin behandelten Patienten.

Eine stratifizierte Analyse nach Art der Pneumonie und nach Risikoeinschätzung bei Behandlungsbeginn (PSI-Risikoklasse) ergab, dass die in der Gesamtgruppe festgestellten höheren Heilungs-/Besserungsraten unter initialer Behandlung mit Levofloxacin nicht allein auf eine unterschiedliche Verteilung der Risikoklassifizierung zwischen den Therapiegruppen zurückzuführen war (p = 0,0121 für den Therapieunterschied).

Um den Effekt von Therapiewechseln auszuschließen, wurde das Behandlungsergebnis separat noch einmal für diejenigen Patienten ohne Therapiewechsel ausgewertet. Auch hier zeigten die initial mit Levofloxacin behandelten Patienten bessere Heilungs-/Besserungsraten (p = 0,0018) und geringere Letalitätsraten als die Patienten mit initialer Therapie ohne Levofloxacin. Die verkürzte mittlere Liegedauer im Krankenhaus bei initial mit Levofloxacin behandelten Patienten gegenüber der Vergleichsgruppe mit anderen Therapieoptionen (CAP 14,7 vs 17,8 Tage; HAP 22,7 vs 31,6 Tage; Gesamtkollektiv 17,9 vs 24,8 Tage) könnte ein Hinweis für den pharmakoökonomischen Impact einer effizienten initialen Antibiotika-Behandlung unter Einbeziehung eines Fluorchinolons wie Levofloxacin sein.

Angaben zur Verträglichkeit wurden nur im Rahmen des prospektiven Datensatzes erhoben. Die gute Verträglichkeit von Levofloxacin wird dabei dokumentiert durch das Auftreten unerwünschter Arzneimittelwirkungen bei nur einem von 135 Patienten (0.74 %). Die Ergebnisse der Metaanalyse bestätigen Levofloxacin im Vergleich zu anderen Therapiestrategien als erfolgreiche und möglicherweise kosteneffiziente initiale Antibiotika-Behandlung von hospitalisierten Pneumonie-Patienten.

Schlüsselwörter: Antibiotika, Pneumonie, CAP, HAP, Levofloxacin

Treatment of hospitalized patients with pneumonia

The main objective of this study was to compare the efficacy of levofloxacin (Tavanic®) in hospitalized patients suffering from pneumonia to other antibiotic options by evaluation of clinical data.

This meta analysis includes a retrospective data set based on patient records of hospitalized patients with hospital acquired pneumonia (HAP) or community acquired pneumonia (CAP) and a prospective data set of a non-interventional observational study on levofloxacin (Tavanic®) in the treatment of hospitalized CAP patients.

A total of 609 patients was included: 261 CAP patients, 112 HAP patients and 236 pneumonia patients without assignment.

Levofloxacin was part of the initial antibiotic therapy in 27.8 % of the patients. The results of this group were compared to those patients with an initial antibiotic therapy without levofloxacin. These patients most frequently received intravenously a cephalosporin or an extended spectrum penicillin.

The results indicate a better clinical success in patients being initially treated with levofloxacin: In the total group (84 % vs. 66 %) and in the subgroups CAP (93 % vs. 79 %) and HAP (81 % vs. 58 %) higher rates of patients with cure or improvement were found as well as lower mortality rates for the patients being treated initially with levofloxacin.

An analysis stratified according to type of pneumonia and risk factors before treatment (PSI risk-classes) showed, that the higher success rates of the patients being treated initially with levofloxacin were not only the result of an unbalanced risk distribution between treatment groups (adjusted treatment effect: p = 0.0121).

To eliminate the effect of changes in treatment, the clinical success rates were evaluated separately for patients without change of therapy. The results confirm that even in this subgroup patients being initially treated with levofloxacin had better cure/improvement rates (p = 0.0018) and lower mortality rates than patients with initial antibiotic treatment without levofloxacin. The reduction of mean length of hospitalization in patients with initial levofloxacin treatment in comparison to the group with other initial therapy options (CAP 14,7 vs 17,8 d; HAP 22,7 vs 31,6 d; total group 17,9 vs 24,8 d) may be a hint for a pharmacoeconomic impact of an efficacious initial antibiotic treatment including the use of an fluorquinolon like levofloxacin.

Tolerability data were documented only in the prospective data set. In these patients, the good tolerability of levofloxacin is demonstrated by the low incidence of adverse drug reactions in only 1 of 135 patients (0.74 %). The results of this meta analysis confirm that levofloxacin compared to other therapeutic options is a successful and possibly cost efficient initial antibiotic treatment of hospitalized patients with pneumonia.

Keywords: Antibiotics, pneumonia, CAP, HAP, levofloxacin

Chemother J 2007;16:41–8.



Michael Kresken, Rheinbach, und Wolfgang Behrens-Baumann, Magdeburg

Im Rahmen einer multizentrischen Studie wurde die Empfindlichkeit bakterieller Erreger von Patienten mit oberflächlichen Augeninfektionen gegenüber acht topischen Antibiotika untersucht: Ciprofloxacin, Chloramphenicol, Colistin (Polymyxin E), Erythromycin, Gentamicin, Kanamycin, Levofloxacin, Ofloxacin. Darüber hinaus wurde die Empfindlichkeit der Staphylokokken gegenüber Oxacillin geprüft.

Während des Untersuchungszeitraumes Juni bis November 2004 wurden in 35 medizinischen Laboren 1 470 Bakterienstämme isoliert. Häufigste Bakterienspezies waren Staphylococcus aureus, gefolgt von Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae. Zwei Drittel der Proben stammten aus dem ambulanten Bereich. Mehr als die Hälfte der Patienten (54,9 %) war jünger als 10 Jahre. Häufigstes Untersuchungsmaterial waren Bindehautabstriche.

1 368 Bakterienstämme wurden zur Bestimmung der Antibiotika-Empfindlichkeit an ein Referenzlabor verschickt. Die Bestimmung der minimalen Hemmkonzentrationen erfolgte mittels der Mikro-Bouillondilution entsprechend DIN 58940-8. Zur Einstufung der Bakterien als empfindlich oder resistent fanden die Grenzwerte Berücksichtigung, die vom DIN Normenausschuss für die systemische Therapie festgelegt wurden. Der Anteil Oxacillin-resistenter Stämme an allen Staphylococcus-aureus-Isolaten betrug 12,8 %. Die Rate Makrolid-resistenter Stämme lag bei 27,5 %. Die Resistenzraten der übrigen Antibiotika variierten mit Ausnahme von Colistin, das keine ausreichende Wirksamkeit gegen grampositive Erreger besitzt, zwischen 6,9 % (Chloramphenicol) und 12,2 % (Ofloxacin). Bei den Pneumokokken betrug der Anteil Erythromycin-resistenter Stämme 18,2 %. Dagegen betrug die Rate der Stämme mit Resistenz gegen Chloramphenicol und Levofloxacin jeweils weniger als 2 %. Alle Fluorchinolone sowie Chloramphenicol und Colistin zeigten eine 100%ige In-vitro-Aktivität gegen Haemophilus influenzae.

Insgesamt ist festzustellen, dass auch nach z. T. langjähriger Anwendung von Antibiotika zur Lokalbehandlung die überwiegende Zahl der grampositiven und gramnegativen Isolate von bakteriellen Augeninfektionen sensibel ist. Die Makrolid-Resistenz war aber auffällig hoch.

Schlüsselwörter: Augeninfektionen, Resistenz, Antibiotika

Resistance to antibacterial agents amongst pathogens causing superficial ocular infections

A multicentre surveillance study was carried out in order to assess the prevalence of resistance among ocular bacterial isolates against eight antibacterial agents used topically in the treatment of superficial eye infections: ciprofloxacin, chloramphenicol, colistin (polymyxin E), erythromycin, gentamicin, kanamycin, levofloxacin, ofloxacin. Additionally, the susceptibility of staphylococci to oxacillin was determined.

A total of 1,470 bacterial isolates was collected in 35 medical laboratories during the time period June to November 2004. Staphylococcus aureus was the most commonly isolated organism followed by Streptococcus pneumoniae and Haemophilus influenzae. Two third of the isolates were obtained from out-patients. More than half of the patients (54.9 %) were aged less than 10 years. The majority of isolates was derived from conjunctival swabs.

As many as 1,368 bacterial isolates were shipped to a referral laboratory for susceptibility testing. Minimal inhibitory concentrations were determined using the microdilution broth method according to the standards of the German DIN 58940-8. Susceptibility breakpoints applied were those recommended by DIN for systemic use of antibacterial agents. Of the isolates of Staphylococcus aureus, 12.8 % were oxacillin-resistant. The rate of resistance to macrolides was 27.5 %. Rates of resistance to the remaining antibacterial agents ranged from 6.9 % (chloramphenicol) to 12.2 % (ofloxacin), except for colistin which is not active against grampositive cocci. Among the pneumococcal strains, 18.2 % were resistant to erythromycin. In contrast, less than 2 % of strains each were resistant to chloramphenicol and levofloxacin. All fluoroquinolones as well as chloramphenicol and colistin demonstrated 100 % in vitro activity against Haemophilus influenzae.

In conclusion, the vast majority of grampositive and gramnegative ocular isolates were still susceptible to antibacterial agents, although at least some drugs have been used as topically applied ophthalmic preparations for many years. However, conspicuously high rates of resistance to macrolides were noted.

Keywords: Ocular bacterial infections, resistance, antibacterial agents

Chemother J 2007;16:49–59.



PEG-Mitteilungen
15. September 2006, Gustav-Stresemann-Institut, Bonn


Celebrating the 40th birthday of the Paul-Ehrlich-Society for Chemotherapy


27. bis 28. April 2007, Gustav Stresemann-Institut, Bonn


31. August bis 1. September 2007 Rostock Entwicklungen der letzten 10 Jahre


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